55-minütige Fotosequenz eines regelmäßig blinkenden Lichtes - Hessdalen Germany

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55-minütige Fotosequenz eines regelmäßig blinkenden Lichtes

September 2012

 

Das Science Camp 2012 wurde von Bjørn Gitle Hauge und Erling Strand in Kooperation mit dem Inspira Science Center organisiert. Neben naturwissenschaftlich interessierten Schülergruppen, fanden sich drei TV-Teams und Hobbyforscher aus fünf Nationen in Hessdalen ein. Im Laufe der fünftägigen Forschungsphase gelangen zahlreiche Fotografien, Messungen und Beobachtungen. Nachfolgend findet sich das Bildmaterial von Bernd Pröschold und von Jader Monari, der so freundlich war, Hessdalen Germany einige Fotos zur Verfügung zu stellen.

 

Bereits in der ersten Nacht des Science Camps gelang die Aufnahme eines rötlich blinkenden Lichtes, welches sich über einen Zeitraum von 55 Minuten westlich des Øyungen Sees bewegte. Dabei vollführt es Schlingerbewegungen und drei Kehrtwenden um 180°.

Die Belichtungszeit der einzelnen Fotos betrug 15 Sekunden. Das Intervall zwischen zwei Belichtungen betrug eine Sekunde. Die Strichspuren der Sterne auf den Kompositaufnahmen, die aus etwa 35 Fotos zusammengesetzt sind, erscheinen daher perlenförmig und die Flugbahn des Lichtes erscheint periodisch unterbrochen. Im Laufe der 15-sekündigen Belichtung hat das Licht ca. 14 mal geblinkt, was einer Frequenz von etwas mehr als einer Sekunde entspricht. In den ersten sieben Minuten der Sequenz war die Kamera abgeblendet, weshalb das Licht hier kaum erkennbar ist.

Die Charakteristik des Lichtes unterscheidet sich in mehreren Punkten von den Positionslichtern eines Flugzeuges:
1. Positionslichter von Flugzeugen bilden eine gerade Linie und vollführen keine Schlingerbewegung.
2. Flugzeuge und Hubschrauber müssen laut Vorschrift der IATA neben einem roten Licht zwingend auch ein weißes und ein grünes Licht führen. Weißes Licht in den Aufnahmen wurde durch Überbelichtung hervorgerufen.
3. Flugzeuge fliegen mit konstanter Geschwindigkeit und können nicht stoppen (vgl. Timecode 00:59 im Video).
4. Gewöhnliche Mikrokopter und Dronen sind nicht in der Lage, 55min lang bei 5 bft Windgeschwindigkeit zu operieren.
5. Bei der Analyse von mehr als 10.000 (!) Nachtaufnahmen, die Positionslichter von Flugzeugen zeigen, konnte kein vergleichbares Licht gefunden werden. Die Vergleichsanalyse stützt sich auf Rohmaterial der Sternstunden Footage Library.

Die bizarre Flugbahn des Lichtes wird auf Kompositaufnahmen sichtbar, bei denen etwa 35 Fotos addiert wurden:

21:42 - 21:52 CEST
22:01 - 22:11 CEST
22:28 - 22:37 CEST


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Bizarres Manöver eines rötlich blinkenden Lichtes. Die Bilder wurden mit einer Canon EOS 5DIII mit 24mm Objektiv und Spektralfilterfolie aufgenommen (Bel.-Zeit15sec, Intervall 1sec, 5000 Asa, f2, vor 21:49: f7). Aufnahmestandort ist der Hügel Skarvan. Starker Westwind machte eine dauerhafte visuelle Beobachtung des Sees unmöglich.

Zeitrafferaufnahme des 55 Minuten dauernden "Manövers" des Lichtes. Das in den Aufnahmen sichtbare Spektrum stammt von einer Hütte am Ostufer des Sees. Das fragliche Licht ist zu schwach, um ein Spektrum zu erzeugen. Die punktförmige Struktur der Sterne wurde durch den einsekündigen Abstand zwischen den Aufnahmen verursacht. Die punktförmige Struktur des Lichtes während der 15-sekündigen Belichtung der Aufnahmen muss durch ein Pulsieren des Lichtes verursacht worden sein.

Karte mit Standort der Kamera und erfasstem Bildwinkel

 

Noch in der gleichen Nacht um 2:00 Uhr taucht ein Licht vor den unbewohnten Inseln über der Mitte des Sees auf. 16 Minuten später erscheint es erneut an fast dergleichen Stelle. Vermutlich handelt es sich um zwei sehr kurze punktförmige Lichtblitze - typisch für das Hessdalen-Phänomen.

 

Die Bilder wurden mit einer Canon EOS 5DIII mit 24mm Objektiv und Spektralfilterfolie aufgenommen (Bel.-Zeit15sec, Intervall 1sec, 5000 Asa, f2). Bei dem Licht am Westufer des Sees handelt es sich um ein Hüttenlicht.

Die Nacht vom 19. auf den 20. September war durch starke Polarlichtaktivität geprägt. Die italienische Forschungsgruppe um Jader Monari versammelte sich am Vista Point am Nordende des Tals, um das Himmelsschauspiel zu fotografieren. Auf den Fotografien zeigt sich jedoch nicht nur das Polarlicht, sondern auch ein bizarres Lichtphänomen. Wir danken Jader Monari für die Nutzungserlaubnis.
Update: Die Untersuchung eines ähnlichen Bildes, welches im Jahr 2013 aufgenommen wurde, legt nahe, dass die Kamera während der Aufnahme bewegt wurde und dass das Bild lediglich verschmierte Sterne zeigt.

 

Trotz seiner ungewöhnlichen "Flugbahn" wurde das Objekt visuell nicht gesichtet.

 
 

In der letzten Nacht des Science Camps wählte Bernd Pröschold das Westufer des Øyungen Sees als Standort für seine Zeitrafferaufnahmen. Um 02:05 CEST zeigt sich ein ungewöhnliches Phänomen auf den Aufnahmen. Update: Vermutlich zeigt die Aufnahme ein Artefakt, welches durch Myonen verursacht wurde. Myonen entstehen, wenn kosmische Strahlung auf die Hochatmosphäre trifft und dort Teilchenschauer auslöst. Treffen die Myonen auf den Bildsensor, können ganze Pixelketten ionisiert werden. Entsprechende Artefakte treten mehr oder weniger regelmäßig in Langzeitbelichtungen auf. Eventuell zeigen sich derartige Artefakte in Hessdalen allerdings häufiger als außerhalb des Tals - eine Vermutung, die demnächst geprüft werden wird.

Zu sehen ist ein vergrößerter Ausschnitt der Originalaufnahme. Das Bild wurde mit einer Canon EOS 5DIII, 14-24mm f2.8 Objektiv und 11 Sekunden Belichtungszeit bei 6400 Asa aufgenommen.

In der Nacht auf Samstag, nach Ende des offiziellen Science Camps, fand die italienische Forschergruppe um Jader Monari ein weitere interessante Struktur in ihren Aufnahmen. Das Bild entstand am Standort des Basislagers östlich des Øyungen Sees. Update: Vermutlich zeigt die Aufnahme ein Artefakt, welches durch Myonen verursacht wurde. Myonen entstehen, wenn kosmische Strahlung auf die Hochatmosphäre trifft und dort Teilchenschauer auslöst. Treffen die Myonen auf den Bildsensor, können ganze Pixelketten ionisiert werden. Entsprechende Artefakte treten mehr oder weniger regelmäßig in Langzeitbelichtungen auf. Eventuell zeigen sich derartige Artefakte in Hessdalen allerdings häufiger als außerhalb des Tals - eine Vermutung, die demnächst geprüft werden wird.

 

Das Bild wurde mit einer Canon 20DA und einem Samyang 8mm Objektiv mit 15 Sekunden Belichtungszeit bei 1600 Asa aufgenommen.

 
 
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